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Samstag, 17. September 2022

Der hl. Dominikus und der Rosenkranz II

Vor fünf Jahren, am 19. August 2017, haben wir auf diesem Blog über den heiligen Dominikus und den Rosenkranz geschrieben.

Dieser zweite Beitrag versteht sich als Ergänzung des ersten. Denn was womöglich die Wenigsten wissen, ist dies: Daß Maria, so die Legende, dem Gründer des Dominikanerordens fünfzehn Verheißungen mitgegeben hat, die allesamt das treue und andächtige Beten des Rosenkranzes betreffen.

Es gibt fromme Beter des Rosenkranzes, wie etwa der selige Bartolo Longo, welche die Wirkmacht dieser Verheißungen in ihrem Leben überdeutlich zu spüren bekamen. 

Aber selbst die Beter, die gleichsam im Verborgenen die versprochene marianische Hilfe und Nähe erfahren, reihen sich ein in die Schar der unzähligen Zeugen. Sie alle wissen, daß Maria, wie es in der Lauretanischen Litanei heißt, die Zuflucht der Sünder ist und der Trost der Betrübten und die Ursache unserer Freude. 

Oder, wie es ein altes österreichisches Lied, welches die Muttergottes preist ist, ausdrückt: Nein, o Mutter! Weit und breit schallt's aus deiner Kinder Mitte: daß Maria eine Bitte nicht gewährt, ist unerhört, unerhört in Ewigkeit!

Die 15 Verheißungen


1.
Wer meinen Rosenkranz beharrlich betet, erlangt eine besondere Gnade.

2. Ich verspreche allen, die andächtig den Psalter meines Rosenkranzes beten, meinen besonderen Schutz und große Hulderweise.

3. Der Rosenkranz ist ein mächtiger Schild gegen den bösen Feind; er vernichtet das Laster, verhindert die Sünde und rottet die Irrlehre aus.

4. Der Rosenkranz bewirkt das Wiederaufblühen der Tugend und der Werke der Gottseligkeit. Durch ihn wird den Seelen die Fülle der göttlichen Erbarmungen zuteil. Er wird die Herzen umkehren, und sie werden anfangen, das Irdische zu verachten, das Himmlische zu lieben und rasche Fortschritte zu machen. Viele Seelen werden durch den Rosenkranz gerettet.

5. Die Seele, die vertrauensvoll durch meinen Rosenkranz die Zuflucht zu mir nimmt, geht nicht verloren.

6. Alle, die andächtig den Rosenkranz beten und dabei die Geheimnisse betrachten, werden vom Unglück nicht niedergebeugt und vor einem unvorhergesehenen Tod bewahrt bleiben. Sind sie in Sünden, so werden sie die Gnade der Bekehrung erlangen, die Gnade der Beharrlichkeit aber, wenn sie gerecht sind, und sie werden des ewigen Lebens teilhaftig werden.

7. Die Gläubigen, die mein Rosenkranzgebet andächtig pflegen, werden nicht ohne Empfang der heiligen Sakramente sterben.

8. Ich will, daß alle, die meinen Rosenkranz mit Andacht beten, während ihres Lebens und im Augenblick ihres Todes der Fülle göttlicher Erleuchtungen und Gnaden teilhaftig werden sowie der Verdienste der Heiligen Gottes,

9. Sehr bald werde ich die Seelen aus dem Fegefeuer befreien, die in ihrem Leben meinen Rosenkranz geliebt haben.

10. Die treuen Kinder meines Rosenkranzes werden sich im Himmel großer Herrlichkeit erfreuen.

11. Alles, worum man mich durch den heiligen Rosenkranz bittet, wird man erhalten.

12. Wer meinen Rosenkranz verbreitet, wird in all seinen Nöten meine Hilfe erfahren.

13. Ich habe von meinem göttlichen Sohn die Gnade erlangt, daß alle, die in der Bruderschaft vom heiligen Rosenkranz sind, die glückseligen Bewohner des Himmels im Leben und im Tode zu ihren Brüdern und Schwestern und Fürbittern haben.

14. Alle, die meinen Rosenkranz beten, sind meine geliebten Kinder und Brüder Jesu Christi, meines eingeborenen Sohnes.

15. Die Andacht zu meinem heiligen Rosenkranz ist ein besonderes Merkmal der Auserwählten.

Freitag, 30. Oktober 2020

Den Krieg beenden

 

Mit dem Rosenkranz können Kriege beendet werden.

Das ist kein frommer Wunsch von Oberfrommen, sondern exakt das, was die Muttergottes selbst in Fatima 1917 sagte. Und »Fatima ist«, so die offizielle Vatikan-Website, »unter den modernen Erscheinungen zweifellos die prophetischste.«

Es ist der 13. Juli 1917, als Maria zum dritten Mal den Seherkindern erscheint. Viele Gläubige, den Rosenkranz in ihren Händen, begleiten Lucia, Francisco und Jacinta. Als die Kinder an der Steineiche, dem Ort der vorherigen Erscheinungen, ankommen, sieht Lucia bald darauf das Licht, welches das Kommen der Muttergottes ankündigt, in Art eines Blitzes sich nähern.

Lucia fragt die Dame: »Was wünschen Sie von mir?«

Maria antwortet: »Betet weiterhin jeden Tag den Rosenkranz zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen, denn nur sie allein kann es erreichen.«

Der Rosenkranz und das Ende des Krieges.

Der Krieg, der seit Jahrzehnten weltweit tobt, ist der Krieg gegen die ungeborenen Kinder. Wie horrend die Zahlen der Opfer sind, ermißt man aus den offiziellen Schätzungen der UNO, die jedes Jahr zwischen 40 und 50 Millionen Tötungen ungeborener Kinder durch Abtreibung angibt. 

Und wir?

Mutter Teresas Aussage bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an sie dürfte bekannt sein: »Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes.«

Und Mutter Teresa sagte auch dies – und damit uns alle in die Verantwortung nehmend: »Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm.«

Polen, das Heimatland Johannes Pauls II, bleibt nicht stumm. In einer Rosenkranzgebetsaktion rufen dort Gläubige zum Beten des Rosenkranzes auf, um den Krieg gegen die ungeborenen Kinder zu beenden.

Die Aktion ist sehr einfach: Im kommenden Allerseelenmonat November, und zwar vom Fest Allerheiligen an bis zum 8. November, betet man den schmerzhaften Rosenkranz und schließt darin alle abgetriebenen Kinder ein und hält sogleich Fürsprache für das Ende des Krieges gegen die Ungeborenen. Jeder kann mitmachen.

Wie sagte Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch im Heiligtum von Fatima am 13. Mai 2010: »Wer glaubt, daß die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich«.

      

Samstag, 19. August 2017

Der hl. Dominikus und der Rosenkranz

Von der streitenden Kirche, die im Lateinischen ecclesia militans bezeichnet wird, hört man heutzutage wenig.

Woran liegt’s?

Vermutlich daran, daß man nirgends anecken will. Denn die streitende Kirche setzt voraus, daß es Lehren, Situationen, Meinungen etc. gibt, die für einen Christen unannehmbar sind und gegen die folglich kämpferisch Stellung zu beziehen ist.

Das Leben ist, und dies ist durchgängige biblische Sichtweise, kein gemütlicher Spaziergang, sondern ein Kampf. Ein geistlicher Kampf. Kampf meint freilich zuallererst Kampfansage an die eigene Bequemlichkeit, Lauheit und Feigheit, die sich gerne einrichten würden im Gehäuse der Welt, selbst auf die Gefahr hin, damit den christlichen Sendungsauftrag zu verraten, der uns als Fremdlinge in die Welt schickt, nicht als gemütlich Seßhafte.

Die Heiligen aller Zeiten haben dies bestens verstanden. Sie sind dem Kampfe nicht ausgewichen, sondern haben sich unerschrocken mitten in den Kampfplatz gestellt. So auch der Gründer des Dominikanerordens, dessen 800jähriges Gründungsjubiläum bis zum Beginn des Jahres 2018 gefeiert wird, der hl. Dominikus.

Einer seiner Biographen schreibt über die Zeit, in die der Heilige hineingeboren wurde: »Es ist die Zeit, in der die Bischöfe fast lauter stumme Hunde sind, um ein hartes Wort Papst Innozenz’ III. aufzugreifen; es stammt aus dem Propheten Jesaja (Jes 56,10). Vielleicht aus Mangel an Wissen wagen sie nicht zu bellen! Die Kirche befand sich damals in der traurigen Zeit des schlimmen Schweigens (pessima taciturnitas)«.

Naturgemäß schweigt der hl. Dominkus nicht auf schlimme Weise. Er spricht, mit Freimut, in Wahrheit und mit Liebe. Denn es geht ihm nicht darum, den Gegner – sei es den Irrgläubigen, den im Glauben Unwissenden oder den gänzlich Fernstehenden (wie man heute sagen würde) beziehungsweise den der Kirche feindlich Gesinnten – zu zerstören, sondern ihn zu überzeugen und derart seine Seele zu retten, und dies kraft der Gnade, des echten apostolischen Lebenszeugnisses und der verantwortungsvollen Rede und Antwort.

Was nun die Gnade betrifft, so kam die Mittlerin aller Gnaden, die Jungfrau Maria, dem heiligen Dominikus wirkmächtig zu Hilfe.

Wie diese Hilfe ausschaute, ist auf unzähligen Abbildungen zu sehen: In Kirchen, Kapellen, Oratorien, Museen. Eine davon kann man im Kunsthistorischen Museum (KHM) zu Wien betrachten, auf einem berühmten Gemälde von Caravaggio.

Zu sehen ist die Madonna, die dem heiligen Dominikus, der ihr zur Linken mit offen dargebotenen Händen steht, Rosenkränze überreicht hat. Und diese Rosenkränze soll der heilige Ordensgründer weiterreichen an die vor ihm knienden Menschen, die – mit sehnsüchtiger Gebärde – sich nach eben diesen Rosenkränzen ausstrecken.

Nun ist die Übergabe der heiligen Rosenkränze in dieser heiligen Reihenfolge – aus den Händen der Muttergottes in die Hände des heiligen Dominikus in die Hände des Volkes – mehr als ein frommes Geschichterl. Denn man muß wissen, daß eben der Rosenkranz kein frommer Devotionsgegenstand unter unzähligen anderen ist, sondern vom Himmel gezielt eingesetztes Instrument der Gnade im Kampf gegen die Häresien. Und der hl. Dominikus und seine Brüder sind die Herolde im Gebet und in der Verbreitung dieses himmlischen Kampfmittels.

Der selige Papst Pius IX. drückte es folgendermaßen aus:
»Nachdem der heilige Dominikus den Predigerorden gegründet hatte, war sein Verlangen, den Irrtümern der Albigenser (einer damaligen häretischen Sekte, die von zwei gleich mächtigen schöpferischen Prinzipien, nämlich dem Guten und dem Bösen, ausging) ein Ende zu setzen. Von göttlicher Inspiration bewegt, begann er, die Hilfe der Unbefleckten Muttergottes anzurufen, der allein es gegeben ist, alle Häresien des Universums auszumerzen; und er predigte den Rosenkranz als unfehlbaren Schutz gegen Häresien und Laster.«
Papst Benedikt XVI. sprach in einer Generalaudienz aus dem Jahre 2010 davon, daß der heilige Dominikus »vor allem die Marienverehrung … seinen geistlichen Kindern als kostbares Erbe hinterließ; diese haben in der Geschichte der Kirche das große Verdienst, das Gebet des heiligen Rosenkranzes zu verbreiten (…).«

Heute, da die Häresien gleichsam überall aus dem Boden sprießen, wobei, im Unterschied zu den Zeiten eines heiligen Dominikus, diese Häresien nicht länger als Irrlehren kenntlich sind, sondern quasi als neue Heilslehren gehandelt werden und längst in der gängigen Meinung des sogenannten mainstreams, auch des kirchlichen mainstreams, angekommen sind, ist es folglich dringender denn je, dieses so wirksame geistliche Mittel des Rosenkranzes zu beherzigen, zu pflegen, zu verbreiten.

»Kinder helft mir, die Übel der Kirche und der Gesellschaft zu bekämpfen, aber nicht mit dem Schwerte, sondern mit dem Rosenkranz!«

Diesem Aufruf des seligen Papstes Pius IX. hätte der heilige Dominikus, wie man getrost annehmen darf, ohne weiteres zugestimmt.


Freitag, 2. Juni 2017

153


Es ist die dritte Erscheinung des Auferstandenen.

Sieben Jünger gehen fischen. Es ist Nacht. Eigentlich die günstige Zeit, um Fische zu fangen. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts, notiert Johannes, der Evangelist, einer der sieben Fischer (21,3).

Und dann naht bereits der Morgen und die Morgendämmerung. Und am Ufer steht ein Mann, und dieser Mann sagt zu den Fischern: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen (6).

Und die sieben Fischer, gestandene Männer, gehorchen. Sie werfen das Netz erneut aus. Und das Wunder geschieht: Sie konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es (6). Und Johannes, der Zeuge des Wunders, schreibt schließlich, daß Petrus das Netz an Land zieht: Es war mit 153 großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriß das Netz nicht (11).

Man hat viel über diese Zahl 153 nachgedacht. Symbolisieren die eingefangenen Fische den ganzen Erdkreis, den die Fischer für Christus einbergen sollen? Der heilige Hieronymus jedenfalls behauptet seinerzeit, griechische Zoologen hätten 153 unterschiedliche Fischarten identifiziert; die Zahl rückt damit wie selbstverständlich in den Bereich universaler Soteriologie.

Adrienne von Speyr, eine Mystikerin des 20. Jahrhunderts, hat die Zahl in stupender Schau anhand von Primzahlen, die entsprechenden Heiligen zugeordnet sind, ausgelegt, nachzulesen in ihrem nachgelassenen Werk Das Fischernetz.

Eine volkstümliche Auslegung, gleichsam eine Auslegung für die Kleinen, die der Herr seligpreist, könnte dies ergeben: 153 – das sind die 150 Perlen des klassischen Rosenkranzes, der freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse, samt den drei Perlen, in denen um die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe gebetet wird.

153 – das ist das Netz dieses einfachen, meditativen Gebetes, in dem die Muttergottes ihre Kinder heimholen will hin zu ihrem Sohn. Und das Netz, so groß es auch sein mag, wird nicht reißen. Und dieses meditative Netz hat eine Wirksamkeit, welche die Vorstellungskraft der gläubigen Fischer aller Zeiten bei weitem übersteigt. Denn die Maschen dieses Fischernetzes gehen durch die Hände der Mittlerin aller Gnaden, deren Fürsprechmacht unberechenbar ist, und jede einzelne Masche ist Loblied des Schöpfers, der, wie am Schöpfungsmorgen, so auch heute und jeden Tag neu am Ufer unseres Lebens steht und sagt: Werft das Netz aus und fangt!

Grafik:    rosenkranzbeten.info