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Samstag, 7. Februar 2026

Endlich: Die Kurzfassungen (Version Mann / Version Frau) des Klassikers Abtreibungsüberlebende sind da.

Warum Kurzfassungen?
 
Wir leben bekanntlich in schnellen Zeiten: Schnelles Internet, schnelle Kommunikation, fast food … Umfangreiche Bücher haben da bisweilen einen schweren Stand. Darum der Entschluß, das so wichtige Buch Abtreibungsüberlebende (150 Seiten) in einer komprimierten Fassung (40 Seiten) herauszubringen, welche das Lesen erleichtert, ohne jedoch die maßgeblichen Inhalte zu unterschlagen.  
Zudem wurden zwei Versionen gedruckt – eine Version für Männer und eine für Frauen. 
 
Der Text bei beiden Versionen ist ident; doch die grafische Gestaltung ist unterschiedlich. Warum? Weil Frauen und Männer unterschiedlich wahrnehmen und darum bei diesem heiklen Thema auch unterschiedlich angesprochen werden sollen. Es ist ein Novum. Wir hoffen freilich, daß diese Neuigkeit Frucht bringt.
 
Der Gang der Lektüre ist ein therapeutischer. Wie das Cover bereits zeigt, ist die Ausgangssituation des Abtreibungsüberlebenden zunächst eine im wahren Wortsinn niederschmetternde. Gemeint ist ja mit dem Begriff eine Person, die irgendwann  in ihrem Leben weiß oder ahnt, daß sie eigentlich noch ein oder mehrere Geschwister hätte; doch diese Geschwister sind nicht unter uns - sie wurden abgetrieben. Was machen mit dieser vernichtenden Erkenntnis?
 
Oder mit dieser Einsicht: Irgendwann festzustellen, daß die eigenen Eltern damals in Erwägung gezogen hatten, abzutreiben (mich abzutreiben), doch wegen glücklicher Umstände scheiterte das Vorhaben, so daß ich, dessen Leben damals wortwörtlich an einem seidenen Faden hing, heute am Leben bin, tatsächlich überlebt habe?
 
Wer das kleine Büchlein liest, bleibt nicht bei der anfänglichen deprimierenden Diagnose stehen. Die Lektüre zeigt auch das Rettende auf: Den Weg aus der Niedergeschlagenheit in das Freie. In den Worten Hölderlins: Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.   
 
Die rückseitigen Covers wollen eben diesen rettenden Impuls im Grafischen vergegenwärtigen: Ich will leben!
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
Ich will leben!
 
 
Zu bestellen sind die beiden Büchlein beim Immaculata Verlag: 
 
Der Preis pro Exemplar beträgt lediglich 3 Euros. 

Samstag, 3. Januar 2026

Vanitatum vanitas

Ihr Leben:

Mit achtzehn Jahren heiratet sie ihren ersten Mann, mit dem sie bereits als Vierzehnjährige Sex  hat. Die Ehe wird wenige Jahre später geschieden. Andere Ehemänner folgen. Ebenso Trennungen, Ehebrüche, Scheidungen, neue Affairen. 

Abtreibungen gehören wie selbstverständlich dazu. Mit siebzehn hat sie in der Schweiz ihre erste Abtreibung. Bei der zweiten Abtreibung, wenige Jahre später, kommt es zu einem Herzstillstand, so daß sie beinahe auf dem Operationstisch verstorben wäre. Danach riskiert kein Arzt mehr, eine Abtreibung  bei ihr vorzunehmen. In Fernsehinterviews vertritt sie ungeniert das Recht der Frau, ihr Kind abzutreiben, sprich zu töten, wenn die Frau die Schwangerschaft nicht will.

Als sie von ihrem zweiten Mann schwanger wird, trägt sie das Kind aus, gibt den kleinen Nicolas-Jacques aber sogleich in Betreuung, da sie mit dem Kind nichts anzufangen weiß. Als sie 1995 – Nicolas ist mittlerweile ein junger Mann, 35 Jahre alt – ihre Autobiographie veröffentlicht, schreibt sie über die damalige Schwangerschaft, sie sei wie ein »Alptraum« gewesen. Und ihr Sohn liest auch diese Sätze seiner Mutter: »Es war wie ein Tumor, der sich von mir ernährt hatte, den ich in meinem geschwollenen Fleisch getragen hatte und der nur auf den gesegneten Moment wartete, in dem er mich endlich loswerden würde.« Geht es noch grausamer? Ja. Sie hätte, so sie, es vorgezogen, »einen kleinen Hund zur Welt (zu bringen).« 

Tätsächlich sind die Hunde und die Robben und die Katzen und welche Tiere immer ihre Lieblinge, nachdem sie sich aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat. Robbenbabies streichelt sie, liebkost sie und umarmt sie fotowirksam; auch das wird ihrem Sohn nicht entgehen.

Depressionen gehören gleichfalls zu ihrem Leben. Viermal versucht sie, durch Selbstmord aus dem Leben zu scheiden. In einem späten Interview resümiert sie: »Ich bereue nichts.«

Jetzt ist B. B. (denn um sie geht’s) verstorben. Und die Nachrufe explodieren. Ein ungetrübter Blick hätte davon geschrieben, wie bodenlos zerrüttet, um das Mindeste zu sagen, das Leben des ehemaligen Filmstars war. Doch weit gefehlt. In den Nekrologen wird die Verstorbene als Inbild selbstbestimmter Weiblichkeit, als unabhängiger Geist, als Frau mit dem unwiderstehlichen  sogenannten sex appeal gerühmt, während ihre unübersehbare Verzweiflung gerade mal zwei Halbsätze wert sind. Unter diesen Voraussetzungen werden Kritiker, die sich den eitlen Nachrufen und Sirenengesängen entziehen, vermutlich als prüde abgestempelt. 

Der Kunstwissenschaftler Sedlmayr schrieb einst: »Der Verfall des Grabmals (…) gehört zu den furchtbarsten Zügen des 19. und 20. Jahrhunderts (…) denn alle Kultur beruht – neben dem Kult der Erde – im buchstäblichen Sinn auf dem Kult der Toten.«

Diese Aussage ließe sich in der Jetztzeit paraphrasieren derart, daß der Verfall der Nekrologe den Geisteszustand der Moderne beunruhigend offenbart. Ein kaputtes Leben wird schöngeredet zum femininen role model, die Reuelosigkeit gilt als Gütesiegel der Freiheit, denn was zählt, ist der egoistische plaisir, welcher sich nimmt, was er sich nehmen will. Wenn dabei andere und eventuell auch man selbst unter die Räder gerät, dann ist es halt so. C’est la vie. Doch kein geschminkter Schmollmund und keine Verführungstricks und erst recht nicht blinde Nekrologe können das zu Tage Liegende retuschieren: C’est la mort. 

 Grafik: pixabay by That-MamaRama-Life

Samstag, 12. Juni 2021

2 Sekunden

Wie stellt man in der Gebärdensprache die Abtreibung dar?


 

2 Sekunden, um die Tötung eines ungeborenen Kindes darzustellen. Da erübrigt sich jeder Kommentar.


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=gTOpXthCf4k

Samstag, 26. September 2020

Der schwarze Tag

Heuchelei: Laut dem deutschen Wörterbuch von Wahrig versteht man darunter: »Verstellung, Vortäuschung nicht vorhandener guter Eigenschaften oder von Gefühlen.«

Heinrich Heine spricht von der kalten, gleißenden Schlangenhaut der Heuchelei.

In Zeiten von Corona wird ein neues Kapitel der gleißenden Verstellung aufgeschlagen. Plötzlich entdeckt man die Alten. Und das heißt: Man entdeckt seine Gefühle oder auch Gefühlchen für die Alten. Nun heißt es mit Emphase, daß die Alten eine Risikogruppe sind, und diese Gruppe ist zu schützen, unbedingt zu schützen.

Am besten begegnet man den Alten, selbst im Familienkreis, zwischen Glasscheiben, derart, daß es vorkommt, daß Kinder ihre Eltern nicht länger zuhause besuchen, im Wohnzimmer, sondern lediglich distanziert an die Fensterscheibe klopfen und hallo sagen.

Alles, wie gesagt, zum Schutz der lieben Senioren, die über Nacht mehr gehätschelt werden als der liebste Schoßhund.

Nur merkwürdig.

Die Politiker, die sich in die Brust werfen und das Wohl der Alten beschwören, sind – bleiben wir mal in Deutschland – dieselben, die im selben Atemzug beschließen, daß ab sofort die geschäftsmäßige Tötung eben dieser lieben Alten per Gesetz erlaubt ist. Denn seit dem schwarzen Tag, dem 26. Februar 2020 (dem Aschermittwoch!), ist mit höchstrichterlichem Beschluß das bis dahin »normierte Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung« in Deutschland verfassungswidrig und also nichtig.

Wem angesichts dieser schlangenhaften Verrenkungen die Augen nicht aufgehen, dem helfen auch keine Aufwachpillen. Oder in den Worten Dávilas: »Die Verwesung der modernen Welt nicht zu spüren, ist ein Indiz der Ansteckung.«

Grafik: Photo by Sven Mieke on Unsplash

 

Freitag, 7. August 2020

Die Abtreibungsindustrie

Wer sich auch nur ein bißchen auskennt im Abtreibunsgeschäft, der weiß, daß sich alles um die zwei Götzen Geld und Lügen dreht.
 
Ein neuer Undercoverbericht hat nun aufgedeckt, daß auch das vielbeschworene Mantra von der Abtreibung, die stets ein schwerer Entschluß für die Frau sei – ein Mantra, welches die Abtreibungsindustrie bei Belieben hervorkramt, um ihren verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema zu demonstrieren – in die Augen gestreuter Puder ist.

»Saskia«, so der Undercovername einer angeblich schwangeren Frau in Großbritannien, meldet sich telefonisch bei einer Abtreibungsfabrik und teilt der Beraterin mit, sie sei schwanger, wolle sich jedoch im Urlaub nicht den Kopf darüber zerbrechen, am Strand schwanger auszuschauen; und es sei gefühlsmäßig anstrengend, schwanger zu sein. 

Das genügte als Argument. 

Einige Tage später erhält Sakia mit der Post die Abtreibungspillen. Rechnung inklusive.

Dazu die Geschäftsführerin von Christian Concern, dem Unternehmen, welches die Undercoveroperation durchführte: »Das ist es, was die Abtreibungsindustrie will. Abtreibungspillen nach Wunsch, ohne Fragen zu stellen. Es ist also leider keine Überraschung, daß sie bereit sind, Abtreibungspillen für einen Bikini-Körper zu verteilen. Das Leben des ungeborenen Kindes ist weniger wert als ein Bikini-Selfie.«

Als die Lieferanten der Abtreibungspillen von Christian Concern wegen der skandalösen Fakten kontaktiert werden, bestreitet ein Sprecher der Organisation jegliches Fehlverhalten und schwingt sich auf zur empörten Pose: Man biete – so wörtlich – »jeder Frau, die uns braucht, eine sichere, mitfühlende und rechtmäßige Betreuung.«

Man beachte: »mitfühlend (compassionate)«.


Siehe: https://christiantoday.com/article/woman.who.didnt.want.to.look.pregnant.on.holiday.says.she.was.sent.abortion.pills/135294.htm

Grafik: Photo by Toa Heftiba on Unsplash
   

Freitag, 22. Februar 2019

Die Abwesenden


Wer kennt das nicht?

Man sitzt in der U-Bahn oder in der Straßenbahn und ist umgeben von den Abwesenden. Da sitzen Zehnjährige, Zwanzigjährige, Dreißigjährige und auch Vierzigjährig-Fünfzigjährige und haben ihre Stöpsel im Ohr oder sind abgesunken in diese kleinen, glitzernden Mattscheiben vor ihnen.

Die Generation der Abwesenden.

Nur: Warum sind sie abwesend? Warum diese Flucht in die virtuellen Welten?

Die Soziologen geben ihre Antworten. Die Pädagogen geben ihre Antworten. Die Politiker, die bekanntlich zu allem was sagen, melden sich auch zu Wort. Und die Schar der Konsumenten hat gleichfalls Antworten parat.

Was man jedoch im Stimmengewirr nahezu nie vernimmt, ist die unbequeme Antwort, daß ein hoher Prozentsatz oder vielleicht sogar die Mehrzahl dieser Abwesenden Abtreibungsüberlebende sind.

Mit diesem Begriff bezeichnen der Kinderpsychiater Philip G. Ney und seine Frau, die Ärztin Marie Peeters-Ney, all die Personen, die, aus welchen Gründen immer, eine Abtreibung überlebt haben. Danach ist beispielsweise ein Abtreibungüberlebender ein Kind, welches in eine Familie hineingeboren wird, in der eine oder mehrere Abtreibungen stattgefunden haben. Warum hat besagtes Kind überlebt, während seine Geschwister durch Abtreibung getötet worden sind?

Die Neys haben in jahrzehntelanger Forschungsarbeit die Symptome mit Krankheitswert von Abtreibungsüberlebenden untersucht und gaben schließlich dem Symptomenkomplex die Bezeichnung: PASS – Post-Abortion-Survivor-Syndrom (das Syndrom der Abtreibungsüberlebenden).

Welche pathologischen Konsequenzen hat das Faktum der geschehenen Abtreibung auf diejenigen, die der Abtreibung entkommen sind? Welche Auswirkungen hat es auf Kinder, wenn man sie, die geborenen, zu sogenannten „Wunschkindern“ stilisiert, d.h. zu Kindern, die deswegen das Licht der Welt erblicken durften, weil sie erwünscht waren – was einschließt, daß es offensichtlich andere Kinder gibt, die nicht  erwünscht, keine Wunschkinder sind und daher beseitigt werden dürfen? Welche globalen Auswirkungen hat das Phänomen der globalen Abtreibung und ihrer Opfer?

Läßt man die Daten und Schlußfolgerungen, welche die Neys darlegen, an sich heran, dann ist es ein Schock. Denn aufgrund der vorliegenden Resultate beginnt sich der Blick zu schärfen und man versteht besser, was heute passiert.

Zum Beispiel: Warum gibt es die no-future-Generation? Warum grassieren unter Jugendlichen Computerspiele, in denen das Ego-Shooting (das Abknallen von Personen) erklärtes Ziel ist? Wie kommt es, daß Menschen und ganze Bewegungen sich leidenschaftlich für bedrohte Tiere einsetzen, während sie zur selben Zeit den bedrohten Menschen aus dem Blick verlieren? Oder: Woher die Gewalt, die Verzweiflung, die zerbrochenen Beziehungen, die Bindungslosigkeit, die Scheu vor der Verantwortung, die aus den Fugen geratene menschliche Ökologie? 

Denkt man über die Ergebnisse der Neys nach und schaltet den eigenen gesunden Menschenverstand nicht vorzeitig aus, dann leuchtet es einem irgendwann ein, warum es zunehmend die Generation der Abwesenden gibt.

Diejenigen, die da im Bus sitzen und ihren konkreten, realen Sitznachbarn nicht mitbekommen, weil sie untergehen im neuesten Computerspiel oder in der dreiundfünfzigsten sms, welche es einem nicht anwesenden Fernen zu schreiben gilt, fürchten die Konfrontation mit der nackten Wirklichkeit. Denn sie wissen oder ahnen oft genug, daß die Wirklichkeit eine horrende ist. Was nämlich ist horrender als aufzuwachsen in einer Familie, in der die eigenen Geschwister durch Abtreibung getötet wurden?

Woher soll ein Grundvertrauen in die Wirklichkeit kommen, in das reale Heute, wenn der Ort, wo zuallererst einmal dieses Vertrauen eingeübt wird – die Familie - , gerade der Ort wurde, in dem eben dieses Vertrauen zerstört wurde? Und wenn das eigene Leben offenbar am seidenen Faden des Erwünschtseins hängt?

Die Verführung liegt so nahe, in die Scheinwelt des Virtuellen zu flüchten, wenn die tatsächliche Welt extrem verletzt. Ein Geschwister, welches aufgrund von Abtreibung fehlt, ist nicht zu löschen, während man Mails, die unbequem sind, mit einem Klick aus dem Leben schaffen kann.

Es ist simpel, auf die Abwesenden einzuschlagen und womöglich vom Damals zu schwärmen, als »die Jugend« und die Welt überhaupt noch so frisch und fröhlich waren. Gescheiter wäre es, an die eigene Brust zu schlagen und sich zu fragen, wo man selbst zur Generation der Abwesenden beigetragen hat oder diese Generation im Stich läßt? Augenöffnend wäre allemal, das Buch der Neys zu lesen. Man kann es hier bestellen: immaculata.at.

 Grafik: immaculata.at

Freitag, 8. Februar 2019

Mysterium iniquitatis


Kann man verstehen, wenn Menschen frenetisch applaudieren und jubeln darüber, daß endlich Menschen bis zur Geburt getötet werden können?

So geschehen in New York, Jänner 2019, als der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo das neueste Abtreibungsgesetz unterzeichnet und damit in Kraft setzt. Ein Gesetz, welches rechtsgültig gestattet, daß Kinder, letztlich aus jedem beliebigen Grund, bis zur Geburt getötet werden können, und dies nicht nur von Ärzten, sondern auch von nicht-ärztlichem Personal, etwa Hebammen oder Krankenpflegern.

Und die Juristen und politischen Verantwortlichen dieses infamen Gesetzes, die bei dessen Ratifizierung anwesend sind, schreien vor Begeisterung, immer wieder, geben standing ovations allen, die an der Durchsetzung dieses Gesetzes mitgearbeitet haben.

Geht es noch kränker?

Ja. Denn der Bürgermeister versteht sich als Katholik. Kinder zu töten, ist für ihn - wörtlich - ein «historischer Sieg für unsere Werte». Katholisch zu sein und Handlanger des Todes zu sein, ist für ihn kein Problem.

Geht es noch kränker?

Durchaus. Derselbe Gouverneur, der, man höre und staune, sich vehement für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt, benutzt in seiner Rede zum neuen Gesetzeserlaß immer wieder, wenn es darum geht, Komplizen, die sein Tötungsgesetz unterstützt haben, zu honorieren oder zu dekorieren, die Formel God bless.

Und um dem Horror auch noch die farbliche Note zu geben, ordnet der New Yorker Gouverneur an, daß die Spitze des One World Trade Building – des Hochhauses also, welches auf dem zerstörten Gelände von 9/11 errichtet wurde – nachts rosa illuminiert wird, um die Tötungslizenz weithin sichtbar zu zelebrieren. Rosa, die neue Farbe des Todes. Rosa, die Farbe des Abtreibungsnetzwerkes Planned Parenthood.

Noch einmal: Kann man verstehen, wenn Menschen frenetisch applaudieren und jubeln darüber, daß endlich Menschen bis zur Geburt getötet werden können?

Nein, verstehen kann man das nicht.

Darum auch spricht die Theologie vom mysterium iniquitatis, dem Mysterium der Bosheit. Denn das Böse entzieht sich in seinem diabolischen Gestus letztlich der Vernunft.

Das heißt nicht, daß man vor dem Bösen kapitulieren sollte, weil es eh unverständlich ist. Nein. Man muß, dringender denn je aufzeigen, wie das Böse operiert und manipuliert. Zum Beispiel die permanenten Lügen des Diabolos aufzeigen.

Wurde jahrelang nicht mit der Lüge hausieren gegangen, das ungeborene Kind sei ein Zellhaufen, nichts weiter?

Und jetzt? Ein  voll entwickeltes Kind im neunten Schwangerschaftsmonat, welches kurz vor seiner Geburt steht, ist für jeden sichtbar kein amorpher Zellhaufen. Gleichwohl wird ihm jeder Schutz abgesprochen, woraus man erkennen kann, daß, wenn man die pseudohumanitären Mantras zur Seite legt, es stets nur um die Agenda des Tötens ging, die darüber hinaus sehr lukrativ ist. Und diese Agenda hat ihre Adepten: Abgeordnete, Juristen, Geschäftsmänner, Ärzte, Bürgermeister.

Demjenigen, der wachen Auges auf youtube das Video der Signierstunde sich anschaut, gruselt es vor dem neuen Barbarismus. In die verblendeten Gesichter der Todesberauschten zu schauen, Frauen wie Männer, ist nur mehr erschreckend. Ein amerikanischer Bischof nannte ein Zweitvideo, welches die Abgeordneten im Senat zeigt, die die soeben geschehene Beschlußfassung des neuen Tötungsgesetzes beklatschen, «eine Szene aus der Hölle».

«Weh denen», so heißt es beim Propheten Jesaja 5,20ff, «die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen (…) die den Schuldigen für Bestechungsgeld freisprechen und dem Gerechten sein Recht vorenthalten.»

Es sind apokalyptische Zeiten. Doch Maria, die Jungfrau der Apokalypse, ist wie eh und je «die Siegerin in allen Schlachten Gottes» (Pius XII.). Sie zertritt die lügnerische Schlange.

Grafik: Miguel Cabrera, The Virgin of the Apocalypse. wiki commons

Freitag, 16. November 2018

Weh denen

Der größte Abtreibungskonzern weltweit ist die International Planned Parenthood Federation (IPPF). Allein die amerikanische Tochterfirma PP führt jeden Tag in den USA an die 1000 Abtreibungen durch, tötet also jeden Tag 1000 ungeborene Kinder, und dies in allen Lebensstadien der Schwangerschaft.

Seit Jahrzehnten wird dabei PP nicht müde, zu behaupten, das ungeborene Kind sei nichts weiter als ein Zellhaufen. Die bildgebenden Verfahren der Moderne, etwa der hochtechnisierte Ultraschall, entlarven freilich diese Aussage als das, was sie ist: Lüge. Das weiß auch PP. Also wird eine andere Strategie angewendet. Die neueste, in einer einminütigen Videowerbung plaziert, sieht folgendermaßen aus:

Ein Baby, ein Mädchen, lächelt mit großen Augen und wunderbar strahlend frontal in die Kamera. Dann der erste Schriftzug: Sie verdient, geliebt zu werden.

Das Baby lächelt weiter. Und der zweite Schriftzug erscheint: Sie verdient, erwünscht zu sein.

Und wieder strahlt das Baby. Und die finale Schrift erscheint: Sie verdient, eine Wahl zu sein.

Perverser geht‘s nimmer.

Schon der Slogan Sie verdient, erwünscht zu sein, ist grundfalsch. Denn alle Kinder sind Wunschkinder. Der Slogan unterstellt jedoch, daß es Wunschkinder gibt und Kinder, die keine Wunschkinder sind. Und was macht man mit den letzteren? Man ahnt es bereits.

Und der letzte Schriftzug bestätigt das Geahnte. Diese Kinder darf man getrost abtreiben.

Das Wort Abtreibung fällt dabei kein einziges Mal. Doch genau darum geht‘s, um das brutale Töten der süßen Babies. Denn das Codewort Wahl (choice) ist in Amerika und schließlich über die Vereinigten Staaten hinaus zum Abtreibungskennwort schlechthin geworden. Pro choice zu sein bedeutet für die Abtreibung zu sein. Die Frau hat die schreckliche Wahl. Sie, indoktriniert von PP, entscheidet, welches Baby zur Welt kommt und welches nicht. Das süße Baby, welches da so lieblich in die Kamera lacht, hat kein Mitspracherecht. Ja, die Perversion geht dahin, daß dem Zuschauer suggeriert wird, dieses Babygirl selbst wäre einverstanden damit, abgetrieben zu werden, wenn es unerwünscht wäre.

Der kurze Clip ist mit einer Schlafmusik unterlegt: Guten Abend, gute Nacht… a lulleby of love. Perverser geht‘s nimmer. Beim Propheten Jesaia heißt es: »Weh denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse.«

Der deutsche Ableger des internationalen Abtreibungskonzerns ist die deutsche pro familia und in Österreich die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung.

Freitag, 9. November 2018

Die Rose, immer


 Benedikt XVI. hat bekanntlich der jetzigen Zeit die Diagnose Diktatur des Relativismus ausgestellt.

Diktatur meint ein Regime, welches tyrannisch, gegebenenfalls mit Gewalt, seine Ideologie durchsetzt. Relativismus meint eine Haltung, der alles gleichgültig ist, die unablässig die Gleichwertigkeit aller Meinungen postuliert, Wahrheit als obsoletes Konstrukt brandmarkt, dabei jedoch – denn wir befinden uns wie gesagt in einer Diktatur - jeden Abweichler der zwangsverordneten Maßnahmen rigoros an den Pranger stellt, wiewohl sie doch angeblich jede Ansicht für gleichberechtigt hält.

Nun ist diese Diktatur des Relativismus nicht vom Himmel gefallen. Sie hat vielmehr ihre emsigen Förderer, Werbeträger, Multiplikatoren, Höflinge – und Literaten. Denn damit die Diktatur ihren akademisch-ästhetischen Anstrich bekommt, dazu bedarf es des Literaten, der geschickt die notwendige Patina zur Verfügung stellt, die der Diktatur quasi den Nimbus des Auratischen verleiht.

Umberto Eco ist einer der Vorreiter der relativistischen Agenten und Mitläufer. Sein Roman Der Name der Rose wurde nicht zufällig ein internationaler Bestseller. Er paßte haargenau in die Diktatur des Relativismus, und raffinierter noch, er jonglierte mit katholischen Requisiten, plazierte die Handlung in eine altehrwürdige Abtei, zitierte das Stundengebet der Kirche, spielte mit biblischen Referenzen und gab sich als Kenner der monastischen Praktiken, so daß der von der kriminalistischen Geschichte narkotisierte Leser den Roman gar für eine moderne Variante einer seriösen Wahrheitssuche mißverstehen konnte.

Ein Freund hatte mir seinerzeit, verführt von den multiplen religiösen Bezügen, den Roman zur Lektüre empfohlen. Verführt, denn tatsächlich zelebriert der Roman die genüßliche Zerstörung jedes Wahrheitsanspruchs und legt die Abtei, welche, wenn es mit rechten Dinge zuginge, das katholische Bollwerk wäre, am Ende der Handlung in Schutt und Asche.

Die vermeintliche Suche nach Sinn ist eine Illusion. Es gibt keinen. Das nominalistische Fazit des Romans, das, wenn man es jeder intellektuell glitzernden Falschmünzerei entkleidet, der schieren Verzweiflung das Wort redet, lautet: »Vielleicht gibt es am Ende nur eins zu tun, wenn man die Menschen liebt: sie über die Wahrheit zum Lachen bringen, die Wahrheit zum Lachen bringen, denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien.«

Aber, so höre ich den Leser des Romans entgegnen. Aber der Roman ist doch nicht so ernst zu nehmen, seine Lektüre macht Spaß, darum geht‘s, um den Spaß an der Literatur. Es ist dasselbe Argument, mit dem der Harry-Potter-Leser anmarschiert kommt: Aber der Spaß. Man soll nicht übertreiben, das Ganze nicht so ernst nehmen.

Damit tut man Eco keinen Gefallen, der einst sehr wohl die Wahrheit kannte. Als Sechzehnjähriger war er frommer Kirchgänger, nach seinen eigenen Worten ging er täglich zur heiligen Kommunion. Und als junger Mann promovierte er über die Ästhetik des heiligen Thomas von Aquin. Danach geschieht der Abfall. Eco gibt den katholischen Glauben auf, und der Spott und der Zynismus und der beißende Skeptizismus beginnen ihre zerstörerische Maulwurfsarbeit. Das ist Ecos Entscheidung. Kein ominöses Fatum, sondern die Entscheidung des Literaten Eco für die Destruktion.

Nicht einmal die Rose darf am Ende bleiben. Denn auch die Rose ist lediglich ein Name, ein verwelktes Zeichen, nichtssagende Konvention.

Ach je. Jeder Liebende weiß es besser. Goethe weiß es besser:

Ist’s möglich, daß ich, Liebchen, dich kose,
Vernehme der göttlichen Stimme Schall!
Unmöglich scheint immer die Rose,
Unbegreiflich die Nachtigall.

Grafik: Photo by Tom The Photographer on Unsplash

Freitag, 28. September 2018

Leben oder Tod


Wer auch nur ein bisserl die sogenannten Hearings im amerikanischen Senat verfolgt, die seit Wochen die Nominierung des Juristen Brett Kavanaugh zum Richter des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten zum Thema haben, kann wie in einem Intensivkurs lernen, welches Thema Top 1 weltweit ist – es ist das Thema Leben und Lebensschutz, mit anderen Worten die pro-life-Agenda.

Und es gibt zwei Lager, die sich gegenüberstehen, und diese beiden Lager hat Johannes Paul II. für alle Zeiten gültig benannt: Das eine Lager ist die Kultur des Lebens, das andere Lager ist die Kultur des Todes.

Die letzten Wochen der Hearings zeigen nun eines in grasser Deutlichkeit: Die Verbissenheit und – man kann es nicht anders sagen – der diabolische Furor der Anhänger der Kultur des Todes, den Tod mit welchen Mitteln auch immer zu lancieren. Und dies ist keine metaphorische oder gar blumige Rede, sondern die nackte Realität.

Was fürchten die Apologeten der Kultur des Todes? Sie fürchten, daß dann, wenn Brett Kavanaugh tatsächlich als Richter des OGH der Vereinigten Staaten bestätigt würde, diese richterliche Erstinstanz nach Jahrzehnten zum ersten Mal mit Höchstrichtern besetzt wäre, die insgesamt eine pro-life-Mehrheit bildeten. Damit aber wäre die längst überfällige Revision des infamen Roe-versus-Wade-Urteils, welches 1973 die Abtreibung in den USA straffrei stellte, in Aussicht.

Nun verdienen jedoch, und das ist kein Geheimnis, etliche Firmen durch die Inkrafttretung dieses grundumstürzenden Urteils seit anno 73 sich eine goldene Nase. Zum Beispiel: Planned Parenthood of America, die Tochterfirma des internationalen Abtreibungskonzerns International Planned Parenthood Federation, macht jedes Jahr Millionen Dollar blutigen Umsatz durch die Abtreibung, sprich die Tötung von unschuldigen ungeborenen Kindern.

Ein einfaches Rechenexempel: 2009 führte PP laut eigenen Angaben 332,278 Abtreibungen durch. Durchschnittskosten pro Abtreibung: $468 (laut Guttmacher Institut). Totaleinkommen aufgrund von Abtreibungen: $155,506,104. In Worten: 155 Millionen. Totaleinkommen der PP Einrichtungen: $404,900,000.

Und wenn es darum geht, das Tötungsgeschäft weiter rollen zu lassen, dann sind den Abtreibungsbefürworten alle Mittel recht, auch die willentliche Vernichtung eines bislang unbescholtenen Kandidaten.

Was Kavanaugh in den Hearings über sich ergehen lassen muß, ist mit einem Wort ungeheuerlich. Das Neueste: Plötzlich tritt eine sogenannte Belastungszeugin auf und beschuldigt ihn der sexuellen Übergriffigkeit, die angeblich in seiner Gymnasialzeit stattgefunden habe. Sogenannte Zeugen, die die Anklägerin angibt, wissen von nichts. Nur, seit dieser Anklage geht Kavanaugh mitsamt seiner Familie durch die sprichwörtliche Hölle. Seine beiden Töchter bekommen online Todesdrohungen, er selbst wird plötzlich ohne jede Evidenz als Täter portraitiert, die liberalen Medien fallen über ihn her, so, als stünde das Urteil seit langem fest.

Und genau so ist: Das Urteil steht schon längst fest. Kavanaugh muß weg, denn es gilt um jeden Preis, die Agenda des Todes zu prolongieren. Wohlgemerkt: Um jeden Preis. Und wenn dabei Kavanaugh und seine Familie unter die Räder kommen, dann ist dies eine quantité négligeable, nach der kein liberaler Hahn kräht.

Und um das Maß voll zu machen, hat eine Untersuchung des Media Research Center gerade eben ergeben, daß die Abtreibungsgruppierungen, die maßgeblich hinter den Attacken gegen den Nominierten Kavanaugh stehen, millionenschwer von jemandem finanziert werden, der stets seine Finger im Spiel hat, wo die Agenda des Todes zur Debatte steht. Gemeint ist der Multimilliardär George Soros. Er unterstützt mit sage und schreibe 246 Millionen den Anti-Kavanaugh-Protest.

Ein Horrorfilm könnte nicht schauriger sein. Wer Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, kann im Herbst 2018 in aller nötigen Klarheit wahrnehmen, in welchem Kampf wir tatsächlich stehen. Lebensschützer wissen es eh. Es geht um nichts weniger als um Alles - um Leben oder Tod.

Grafik:
Photo by Michal Bar Haim on Unsplash

Freitag, 20. April 2018

Money


Bernard Nathanson, gebürtiger Jude und einst bekannter Abtreibungsarzt in New York, verantwortlich für 70.000 Abtreibungen (darunter auch sein eigenes Kind), hat – nach seiner Konversion zur katholischen Kirche – eingestanden, daß die Abtreibungsindustrie permament lügt.

Nathanson mußte es wissen. Denn gemeinsam mit einer Handvoll anderer verbissener Abtreibungsbefürworter war er die treibende Kraft in den sechziger, siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, um die geltende Abtreibungsgesetzgebung der USA zu Fall zu bringen.

Und was in den Aufzeichnungen Nathansons gleichfalls ins Auge springt, ist die Tatsache, daß Abtreibung ein Geschäft ist, das wie am Fließband abgewickelt wird. Durch Abtreibung, das heißt durch die Tötung eines ungeborenen Kindes und die schwere Traumatisierung der Mütter, wird knallhartes Geld verdient.

Vielleicht versteht man diese kaltblütige Geschäftemacherei nochmals besser durch folgende Tatsache, die mir Monsignore Reilly mitgeteilt hat.

Monsignore Reilly gehört zu den Pionieren der Lebensschutzbewegung. Als Gründer der Helpers of God‘s Precious Infants arbeitet er seit Jahrzehnten unermüdlich im Lebenschutz.  In New York steht er tagein tagaus mit seinem Team vor Abtreibungsstätten und bietet schwangeren, verzweifelten Frauen Hilfe an, damit sie sich für das Leben entscheiden.

Auch am 11. Septemer 2001, als das Attentat auf die Twin Towers in New York geschah, war Monsignore wie üblich betend und beratend vor der Abtreibungsstätte tätig.

Als das Attentat geschah, so Monsignore, war New York schlagartig im Schockzustand. Die Luft verdunkelte sich. Die Menschen liefen auf die Straße, der hektische New Yorker Alltag kam zum Erliegen, ein jeder wußte oder ahnte, daß etwas Schreckliches passiert war. Die Angst, das Entsetzen, die Panik und zugleich das hilflose, erschütterte Nichtweiterwissen verband die Menschen untereinander. Die Geschäfte hörten auf, sie waren angesichts der hereingebrochenen Katastrophe plötzlich unwichtig geworden. Die Menschen starrten oder schrien oder verstummten, voller Angst, was noch passieren würde.

Eine Ausnahme gab‘s jedoch. Das Geschäft der Abtreiber ging weiter, wie gehabt. Das blutige Geschäft der Abtreiber, so Monsignore Reilly, hörte auch am 11. September 2001 nicht auf.

Grafik: https://unsplash.com/Photo by Allef Vinicius on Unsplash

Samstag, 14. April 2018

Ehebruch, tödlich

Es kennzeichnet den ernst zu nehmenden Künstler, daß er eine sittliche Grundhaltung in sich trägt, die er – kraft seines künstlerischen Gewissens – nicht korrumpieren läßt.

Ein Beispiel: Gustave Flauberts Madame Bovary.

Der Roman, zunächst 1856 als gekürzter Fortsetzungsroman in einer Pariser Zeitschrift erschienen, erregte sogleich Skandal. Dargestellt wurde das Schicksal der Emma Bovary, Ehefrau eines verwitweten Landarztes, die nach etlichen Ehebrüchen schließlich im Selbstmord endet.

Der Vorwurf der Kritik: Der Roman verherrliche den Ehebruch und unterminiere die guten Sitten. In einem spektakulären Prozeß wurde der Verfasser des Romans schließlich freigesprochen.

Liest man heute, mehr als 160 Jahre später und also in einer Zeit, wo die eheliche Moral landauf landab mit Füßen getreten wird, und nicht nur das, wo vielmehr öffentlich der Ehebruch als gesellschaftsfähig, reizvoll und befreiend gepriesen wird, derart, daß in einem kostenlos in die Haushalte verteilten österreichischen Stadtmagazin vor Jahren bereits mit der Schlagzeile geworben wurde Seitensprung macht Liebe… liest man heute Flauberts berühmtes Werk, so wünscht man sich Autoren, die ähnlich radikal wie der französische Realist damals Sachverhalte heute so darstellen, wie sie tatsächlich sind.

Denn Flaubert verherrlicht den Ehebruch gerade nicht. Zehn Tipps für den Ehebruch, die eine yellow press den verblendeten Zeitgenossen 2018 verkauft, findet man bei Flaubert nirgends. Flaubert beschönigt nichts. Der Ehebruch ist keine Heldentat, kein Kavaliersdelikt, keine Tugend, sondern die nackte, abgründige Illusion. Emma ist diejenige, die sich ihre rosarote Welt zimmert – aus Langeweile, aus Snobismus, aus Dünkel, aus Resignation, aus Tagträumereien, aus Gefallsucht, aus Dummheit. Die Ehebrüche, die sie begeht, befreien nicht, sondern versklaven und zementieren das Gefängnis, welches sie sich pittoresk ausstaffiert, bis es sie unter sich begräbt.

Der Niedergang der Antiheldin wird dabei von Flaubert geradezu nüchtern, akribisch, quasi mit dem Skalpell des chirurgischen Diagnostikers geschildert. Um eine christliche, gar katholische Perspektive geht es nicht. Flaubert beläßt es beim Sezieren. Aber eben da ist er unbestechlich, anders als unsere modischen Apologeten der Unzucht. Flauberts künstlerisches Gewissen verbietet ihm, aus dem Ehebruch und den Illusionen und den Heimlichtuereien und den Lügen der Madame Bovary eine Geschichte der Emanzipation zu machen.   

Das Ende der Bovary ist entsprechend von gespenstischer Schrecklichkeit. Es ist der nackte Horror als Abschluß eines verpfuschten Lebens. Und was Flaubert zugleich zeigt: Der Horror zieht Kreise, denn die Unzucht ist ein Strudel. Und der Strudel bringt mit unerbittlicher Konsequenz den Tod. Das Ende der Bovary ist der Nihilismus, nicht als Metapher, sondern als Realität. Das zeigt der Künstler Flaubert.

Freitag, 6. Oktober 2017

Es


Vielleicht geht es Ihnen ähnlich?

Manchmal möchte man einen guten Film anschauen. Und dann geht man vielleicht in ein Papierwarengeschäft und schaut sich das preiswerte Angebot an DVD’s an. Und was stellt man fest?

Der Horror hat Hochsaison. Sage und schreibe ein geschätztes Drittel des Angebots, wenn nicht noch mehr, präsentiert sich als gruselige, blutrünstige Schocker. Bereits die Covers sprechen für sich. Es geht stets mörderisch zu, abgebildete Gesichter sind zu Fratzen denaturiert, bluttriefende Messer sind Standardrequisiten.

Die letzten Jahre und Jahrzehnte hat man im Gefolge des Zweiten Vatikanums immer wieder die berühmten Zeichen der Zeit beschworen. Hier haben wir nun auch ein solches Zeichen der Zeit, welches im Licht des Evangeliums gedeutet sein will. Und da schlagen wir mal das Folgende vor.

In einer Zeit, in der die Tötung ungeborener Kinder jedes Jahr, und dies seit Jahrzehnten, 40 Millionen und mehr beträgt, und in einer Zeit, in der diese globale Tötung weitestgehend verschwiegen beziehungsweise tabuisiert wird, schafft sich die Wahrheit dieses kaschierten Horrors nun Raum auf den Mattscheiben in unseren Wohnzimmern. Denn dies ist ein geistlicher Grundsatz: Die Wahrheit mag man unterdrücken, sie ist gleichwohl nicht auslöschbar.

Dies gilt im Leben des Einzelnen wie im Leben von Kollektiven. Das ehemalige kommunistische Regime in der Sowjetunion versuchte siebzig Jahre lang, und dies mit brutalsten Methoden, dem christlichen Leben den Garaus zu machen. Christliche Dissidenten wurden in Gulags abtransportiert und gefoltert, umerzogen, terrorisiert, ermordet, Bürger unterlagen der fortwährenden Bespitzelung und Überwachung, Kirchen und Klöster wurden geschändet, zerstört, aufgelöst und bestenfalls als museale Relikte einer feudalen Zeit geduldet.

Doch trotz aller verzweifelten Anstrengungen des Regimes, die Wahrheit der christlichen Religion zu unterdrücken und auszulöschen, blieb die Wahrheit da.

Auch die Wahrheit der millionenfachen Kindstötungen bleibt da. Sie mag unter den medialen Teppich gekehrt werden, sie mag selbst zu einem furchtbaren Recht mutieren. Das blutige, versteckte Geschäft wird dennoch sichtbar, unter anderem auf den millionenfach reproduzierten Covers von Horrorvideos, die jedem ad oculos demonstrieren, in welcher blutigen Zeit wir leben.

Freilich: Man kann auch weiterhin die Augen verschließen und so tun, als sei alles in bester Ordnung, solange es im DVD-Regal der Papierwarengeschäfte ja auch Filme von Rosamunde Pilcher gibt oder vom stets gut gelaunten Bud Spencer oder dem obercoolen Frauenverführer 007 Bond. Man müsse, so das wohlfeile Räsonnement, schließlich keinen Horrorfilm konsumieren.

Ja, muß man nicht. Sollte man auch nicht. Aber das Menetekel bleibt trotzdem da und wartet darauf, entziffert zu werden.

Dazu paßt der neueste Horrorstreifen, diesmal von Profi Stephen King. Es, so der Titel. Und bereits der ist verräterisch genug. Das Böse ist bereits dermaßen anonym geworden, daß es keinen Namen mehr hat. Es ist einfach da und zerstört. Es raubt die Kinder. Es bringt Kinder um. Und Es versteckt sich. Aber nicht irgendwo, sondern im Unterirdischen, in der Abwasserkanalisation. Denn zum Horror gehört zweierlei: Daß er sich verbirgt, maskiert, und daß er von den Verantwortlichen nicht wahrgenommen werden will.

Bezeichnenderweise sagt einer der Protagonisten, in dessen Stadt Derry die Morde geschehen, daß sich die Leute dort daran gewöhnt haben, woanders hinzuschauen: “In Derry, people have a way of looking the other way.” Man schaut weg. Das ist bequemer. Das beruhigt scheinbar die Nerven. Während Es weiterhin im Untergrund Kinder tötet.

Und bezeichnenderweise sind es Kinder, die in der Routine des Wegschauens noch nicht so trainiert sind, die in Kings Werk mit der Aufdeckungsarbeit beginnen.

Als Kings Buch 1990 erstmals verfilmt und im Fernsehen gezeigt wurde, war der Horror selbst den Drehbuchautoren wohl zu viel. Am Ende ließen sie Ben und Beverly, zwei der Hauptdarsteller, heiraten, und – die Beiden erwarteten ein Kind.

Das Kind: Wer würde darin nicht den Träger der Hoffnung und der Zukunft sehen? Doch Zukunft setzt voraus, daß die Schrecken der Gegenwart nicht länger vertuscht, sondern aufgedeckt und beendet werden. Es muß demaskiert werden. Die Abtreibung muß demaskiert werden. Denn die Wahrheit ist da, vor unseren Augen.

Grafik:    https://unsplash.com/photos/hn5YtNkWUXw/

Mittwoch, 24. August 2016

Aufklärung IV – Was tatsächlich geschieht bei Abtreibungen: Die Abtreibungspille RU-486

Das letzte Video in unserer Reihe über die Abtreibungsmethoden zeigt die Wirkungsweise der Abtreibungspille RU-486.

Abtreibungsbefürworter nennen diese Pille, die in der Frühzeit der Schwangerschaft zur Anwendung kommt, vorzugsweise ein Notfallmedikament. Aber dieses sogenannte Medikament ist kein Heilmittel, sondern – wie das Video zeigt – ein Tötungsmittel: Es tötet das ungeborene Kind.



Samstag, 13. August 2016

Aufklärung III – Was tatsächlich geschieht bei Abtreibungen ab der 25. Schwangerschaftswoche

Video III in der Reihe über die Abtreibungsmethoden zeigt die Realität der sogenannten Spätabtreibungen im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Babies in diesem Stadium der Schwangerschaft sind nahezu vollständig entwickelt und wären – kämen sie frühzeitig zur Welt – in den meisten Fällen lebensfähig:



Freitag, 5. August 2016

Aufklärung II – Was tatsächlich geschieht bei Abtreibungen zwischen der 5. und 13. Schwangerschaftswoche

Das zweite Video in der Reihe über die Abtreibungsmethoden zeigt die grausame Realität der sogenannten Saugabtreibungen.

Es ist die am häufigsten praktizierte Abtreibungsmethode, angewandt zwischen der 5. und 13. Schwangerschaftswoche:



Freitag, 29. Juli 2016

Aufklärung I – Was tatsächlich geschieht bei Abtreibungen zwischen der 13. und 24. Schwangerschaftswoche

Man kann viel über Abtreibung reden und hat doch keine Ahnung.

Dr. Anthony Levatino weiß, wovon er spricht. Als Gynäkologe hat er über 1.200 Abtreibungen durchgeführt – bis er sich eines Tages besinnt und mit dem blutigen Geschäft aufhört.

Es gab mehrere ausschlaggebende Momente für diesen Gesinnungswandel. Einer war der Unfalltod seiner Tochter. Seine Frau und er hätten gerne Kinder gehabt, konnten jedoch keine bekommen. Daraufhin versuchen sie, ein Kind zu adoptieren.

Absurd genug: Während er tagsüber Kinder abtreibt, klappert er gemeinsam mit seiner Frau zugleich Adoptionsagenturen ab, um endlich das gewünschte Kind zu bekommen. Schließlich ist es soweit: Das kleine Baby, das man ihnen anvertraut, nennen sie Heather. Einige Jahre später – überraschenderweise – entbindet seine Frau einen Sohn. Das Familienglück scheint perfekt.

Da passiert vor ihrem Haus der schreckliche Unfall. Heather, knapp sechs Jahre alt, wird von einem Auto angefahren und stirbt in den Armen ihrer Eltern auf dem Weg ins Spital.

Danach ist alles anders. Dr. Levatino: »Wenn du dein Kind verlierst, dann ist das Leben ganz anders. Alles ändert sich.« Der Prozeß der Umkehr beginnt. Schritt für Schritt beendet Dr. Levatino seine Abtreibertätigkeit, und Schritt für Schritt wird er zum Lebensschützer.

Jetzt hat er gemeinsam mit Live Action (liveaction.org) Kurzvideos gedreht, die zeigen, was bei der Abtreibung wirklich geschieht. Die Betonung liegt auf wirklich. Denn wie gesagt: Viele reden über die Abtreibung und haben dennoch nicht die leiseste Ahnung.

Ein jeder, der Bescheid wissen will, sollte sich diese Kurzvideos, die es nun mit deutschen Untertiteln gibt, anschauen. Die Videos wurden seit ihrem Erscheinen millionenfach angeklickt, ungezählte Menschen haben danach ihre Position zur Abtreibung geändert.

Nur 3–4 Minuten dauern die Filme, und diese kurze Zeit des Schauens genügt, um die Floskeln von Frauengesundheit, Frauenrechten, Recht auf Abtreibung und wie die Schlagwörter alle lauten, als schiere Augenwischerei zu entlarven.

Denn die Wirklichkeit der Abtreibung ist das, was sie ist: brutal, unmenschlich, tödlich. Man muß nur hinschauen statt wegschauen. Denn am Ende des Eingriffs, wie verharmlosend die Abtreibung genannt wird, steht die brutale Tötung, die Tötung eines unschuldigen Kindes.

Hier das erste Kurzvideo: