Samstag, 4. Juli 2020

Das Blut Christi


Jesus Christus starb nicht im Bett. Er starb am Kreuz.

Jede heilige Messe ruft uns die Unfaßbarkeit dieser Tatsache ins Gedächtnis. Der wahre Gottessohn hat am Kreuz Sein Leben für uns hingegeben. Er hat nicht nur ein paar Tropfen Seines Blutes für uns vergossen – schon ein winzigster Tropfen hätte ausgereicht zu unserer Erlösung -, sondern Er hat, um uns die Unermeßlichkeit Seiner Liebe offenbar zu machen, Sein Leben bis zum letzten Blutstropfen am Stamm des Kreuzes vergossen.

Der Monat Juli ist in der Liturgie der katholischen Kirche dem Kostbaren Blut Christi geweiht. Und der Auftakt diese Monats, der 1. Juli, wird in der tridentinischen Messe, dem überlieferten Ritus, als Fest erster Klasse zum Gedenken an das Kostbare Blut des Erlösers gefeiert.

Wer sich diesem Geheimnis nähern will, der könnte über das nachdenken, was Heilige angesichts dieses Mysteriums erlebt und notiert haben. Die Heiligen sind uns voraus, sie sehen klar, wo wir getrübte Linsen haben. Die hagiographische Literatur kennt ungezählte Beispiele, die dies demonstrieren. Der heilige Paulus, der heilige Johannes Chrysostomus, der heilige Augustinus, die heilige Gertrud von Helfta, die heilige Katharina von Siena, der heilige Kaspar del Bufalo, um nur einige zu nennen, pflegten in besonderer Weise die Andacht zum Kostbaren Blut.

Zwei Hinweise zweier Heilige seien hier angeführt.

Von der heiligen Maria Magdalena von Pazzi, Karmelitin in Florenz (1566-1607), wird in einem Andachtsbuch für Sterbende folgendes berichtet:

»Einmal, als die heilige Maria Magdalena von Pazzi in Ekstase war, sah sie alle heiligen Schutzpatrone der Stadt Florenz [begleitet von unzähligen anderen Heiligen] vor dem Thron Gottes für die Sünder Fürsprache einlegen. Ihre Bitten blieben jedoch unbeantwortet. Dann näherten sich die Schutzengel der armen Sünder, aber ihre Gebete blieben gleichfalls unerhört. Als nächstes kamen die Scharen der Seligen, um für die schuldigen Seelen Fürbitte zu leisten. Während sie um Gottes Barmherzigkeit flehten, waren sie gleichzeitig darauf bedacht, dem Ewigen Vater das Kostbare Blut aufzuopfern; und aufgrund der Verdienste des Göttlichen Blutes wurde ihren Bitten stattgegeben.«

Der heilige Pfarrer von Ars (1786-1859), der Patron der Priester, sagte über sein Gebetsleben:

»Alle Gnaden habe ich erlangt durch die Bitte an Maria, dem himmlischen Vater das Kostbare Blut Seines Sohnes aufzuopfern.«

Alle Gnaden...