Die drei Fragen der Muttergottes
Ruanda, der kleine Staat in Zentralafrika, hat in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts traurige internationale Berühmtheit erlangt.Ein Völkermord grausamsten Ausmaßes erschüttert das Land. Angehörige des Stammes der Hutu, welche die ethnische Mehrheit in Ruanda stellen, massakrieren in einem Blutrausch sondergleichen Angehörige der ethnischen Minderheit der Tutsi. Dem drei Monate währenden Massaker (von April bis Juli 1994) fallen laut Schätzungen 800.000 – 1 Million Männer, Frauen, Kinder zum Opfer. Ströme von Blut fließen.
Jahre zuvor, von 1981 bis 1989, erscheint in demselben Ruanda, in der Stadt Kibeho im Süden des Landes, der Stadt, in der während des Genozids 200.000 Menschen bestialisch ums Leben kommen, die Muttergottes drei einheimischen jungen Schülerinnen. Maria stellt sich als Mutter des Wortes vor und übermittelt den Jugendlichen Botschaften der Buße, der Bekehrung, des Gebets.
Die Botschaften gelten nicht nur Ruanda, sondern der ganzen Welt, denn nicht nur Ruanda steht am Rande des Abgrunds, was Jahre später in schrecklicher Weise sichtbar werden wird, sondern die ganze Welt ist auf dem Weg des Irrsinns.
Die Botschaften Unserer Lieben Frau von Kibeho sind keine afrikanischen Übertreibungen. Die Kirche hat, wie in vergleichbaren Fällen, das Geschehen sorgfältig geprüft und schließlich die Übernatürlichkeit der Erscheinungen konstatiert, so daß Kibeho der bislang einzige vom Vatikan anerkannte Marienerscheinungsort auf dem afrikanischen Kontinent ist.
»Wann werdet ihr begreifen«, so fragt Maria in einer ihrer Botschaften, »daß ich wegen der ganzen Welt gekommen bin?«
Wir alle sind also gemeint. Ein jeder von uns.
Täte es da nicht gut, wenn ein jeder von uns zum Beispiel die drei Fragen der Muttergottes an sich heranließe, die drei Fragen, die Maria öfters stellt:
»Wascht ihr euch? Ich frage euch, ob ihr zur Beichte geht?
Steht ihr auf? Ich frage euch, ob ihr euch von den Dingen der Welt lösen wollt, die euch daran hindern, uns so nachzufolgen, wie es sich gehört.
Haltet ihr die Augen offen? Ich frage euch, ob ihr aufmerksam seid, denn es geschehen viele Dinge und ihr seht sie nicht.«
