Samstag, 14. März 2026

 Laetare 2026

Alles, was der Herr gesagt hat, hat Er uns gesagt, damit Seine Freude in uns sei und unsere Freude vollkommen sei. Nun ist aber unter den Dingen, die Er uns gesagt hat, eines, das nicht den anderen gleicht und das unsere ganze Aufmerksamkeit verdient. Während das vom Herrn in Seinen Ermahnungen zur Freude vorangestellte Motiv immer ein Vorteil ist, den der ausnutzt,  der Sein Wort annimmt und es ausführt (z.B.: Mt 5,12: »Freut euch und frohlocket, denn groß ist euer Lohn«), sehen wir, daß am Ende des letzten Ostermahles, da Er im Begriffe ist, sich von den Seinen zu trennen, um Sich auszuliefern, in einem Augenblick also, wo jene, die alles um Seinetwillen verlassen hatten, sich rettungslos fühlten und mehr als je Trost nötig hatten, da sehen wir, daß der Herr sie plötzlich auffordert, sich zu freuen, aber diesmal nicht mehr, indem sie an einen Lohn denken sollten, sondern an Seine Freude. Und Er betont, daß dieses ihrerseits ein Beweis der Liebe sei: »Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe (Joh 14,28).«

Das ist also die besondere Freude des Christen, seine Freude als Jünger des Herrn! Mit absoluter Sicherheit zu wissen, daß der Herr heute und für immer in einem Zustand der Glorie ist, den das Evangelium mit diesen Worten schildert: »Er sitzet zur Rechten Gottes« (Mk 16,19).

aus: Pius-Aimone Reggio O.P., Vergiß die Freude nicht  

Grafik:  Foto von Carlos N. Cuatzo Meza auf Unsplash